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WELLNESS & GESUNDHEIT


ALPINE GESUNDHEITSREGION 

SALZBURGERLAND

INTERVIEW

DR. ARNULF HARTL

PARACELSUS MEDIZINISCHE PRIVATUNIVERSITÄT SALZBURG 



Dr. Arnulf Hartl erforscht seit über zwölf Jahren an der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität (PMU) in Salzburg die Wirkung der Natur auf uns Menschen. Seine wissenschaftlich fundierten Erkenntnisse zeigen, dass der Wald im SalzburgerLand im Kontext der Berge noch intensiver wirkt als irgendwo anders, dass Wandern im Wald alle gesundheitsfördernden Effekte verstärkt und bei älteren Menschen eine Woche Naturtherapie sogar nachweislich biologisch verjüngend wirkt. „Waldtherapie PLUS“ nennt Dr. Arnulf Hartl diese Besonderheit, die das SalzburgerLand Urlaubern, Familien und Naturliebhabern bietet.


Meditieren am Redsee ǀ  ǀ Bild: Tom Son ǀ Person(en): Anke Frese ǀ  © SalzburgerLandTourismus

Hr. Dr. Hartl, ein Waldspaziergang tut uns gut, das spüren wir instinktiv –aber was macht der Wald aus wissenschaftlicher Sicht mit uns?

 

Dr. Arnulf Hartl:

Wir Menschen haben uns hunderttausende Jahre in der Natur entwickelt. Wir sind Kinder der Natur und sie ist das natürlichste Umfeld, in dem wir uns bewegen können. Der Wald und unser Immunsystem hängen sehr stark miteinander zusammen, wir interagieren über alle Tore und Sinne mit ihm. Wald, Natur und Berge sind Orte, an denen wir am meisten Hoffnung empfinden, wo Sport am effizientesten auf unseren Körper wirkt und wo man richtige Krankheiten wie Depression, Entzündungen, chronische Rückenschmerzen, Osteoporose, Herz-Kreislauf-Beschwerden, Allergien Asthma und weitere Zivilisationskrankheiten lindern kann.

 

Das hört sich unglaublich an!

Was genau wirkt am Wald?

 

Dr. Hartl:

Der Wald ist ein heilsames Medium. Er wirkt vor allem durch sein so genanntes Mikrobiom –also durch die vielfältigen Mikroorganismen die hier existieren und den Lebensraum Wald ausmachen. Das sind die Pflanzenduftstoffe, die den typischen Waldgeruch verursachen, aber auch Pilze, Sporen, lebende Bakterien, Viren und Parasiten die im Wald tausendmal vielfältiger sind als in der Stadt. Da wir Menschen über unsere Haut, unsere Atemwege und Ernährung in einem permanenten mikrobiologischen Austausch mit unserer Umgebung stehen, sind wir im Wald in einem komplett anderen immunologischen Kontext. Von dieser Vielfältigkeit profitiert das Immunsystem, das ja der Regulator für unsere Gesundheit oder eben Krankheit ist.

 


Das ist auch medizinisch messbar?

 

Dr. Hartl:

Natürlich! Wir betreiben evidenzbasierte Medizin und keine Esoterik. Wir konnten in verschiedenen Studien nachweisen, dass Entzündungsparameter bereits nach einem aktiven einwöchigen Urlaub im Wald und Berg deutlich zurückgehen, Blutdruck und Ruhepuls senken sich, die Lungenkapazität wird erweitert, Balance und Körperzusammensetzung verbessern sich. Es bilden sich junge Immunzellen, ältere werden ausgesondert und das Immunsystem wird insgesamt nachhaltig gestärkt.

 

Wie verhält es sich mit der Psyche,

warum wirkt der Wald auf die meisten Menschen so beruhigend?

 

Dr. Hartl:

Da sich die Aufmerksamkeit im Wald auf die um-gebende Natur richtet, ohne, dass sie stark gefordert ist, können sich jene Bereiche im Gehirn, die zum Beispiel für Grübeln und Sorgen zuständig sind, während eines Waldspaziergang erholen. Wir entspannen uns physiologisch besser als an anderen Orten, etwa in der Stadt, wie eine Vielzahl an Studien zeigen konnten. Besonders wirkungsvoll ist ein Aufenthalt im Wald in Kombination mit Wasser. Einerseits, weil das Plätschern und Rauschen den Parasympathikus aktiviert, also das körpereigene System, das für unsere Entspannung sorgt. Andererseits werden mithilfe des Sprühnebels –etwa in Nähe von Wasserfällen –die Atemwege besonders gut gereinigt und bei Asthmatikerinnen tritt sogar eine lindernde und immunbalancierende Wirkung ein. Waldtherapie oder Shinrin Yoku, was auf Japanisch so viel wie „In Waldluft baden“ bedeutet, ist ein Trend, der vor fast dreißig Jahren in Japan seinen Anfang genommen hat und nun auch in den USA und Europa auf dem Vormarsch ist.

 

Wohin geht die Reise des Waldbadens und der Natur als Rückzugs- und Erholungsraum?

 

 

Dr. Hartl:

In der groß angelegten Deutschlandstudie, im Rahmen derer jährlich Werte und Motive abgefragt werden, ist „Natur“ heuer erstmals an erster Stelle, gleich gefolgt von „Gesundheit“. Das heißt, dass Natur und Gesundheit die wichtigsten Werte der Menschen sind. „Urban green“ und „access to nature“ sind die internationalen Schlagworte dazu. Das ist auch in der Medizin anhand der vielen internationalen Studien sichtbar. Auch unser Institut ist intensiv an der Erforschung der Natur als heilsames, therapeutisches und präventives Heilmittel tätig. Ebenso im Bereich von „Public Health“ sind Wald und Natur auf dem Vormarsch. Stadtplaner versuchen überall, Grünflächen zu implementieren, um das Naturgefühl in Städten zu erhöhen – z.B. durch die Begrünung von Hochhäusern wie etwa die bepflanzten Zwillingstürme Zwillingstürme Bosco verticale des Stararchitekten Stefano Boeri in Mailand. Es ist ein unumkehrbares Faktum: Mit der Urbanisierung steigt das Bedürfnis der Menschen, in ihrer freien Zeit so viel „grün“ wie möglich zu erleben. Das heißt, wir im SalzburgerLand haben Glück gehabt! Hier liegt der Wald vor quasi jeder Haustüre, niemand braucht weit zu fahren, um in die Natur einzutauchen. 

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